Sandra Botella Vigara

Wie können diese Menschen weiterhin diese Art von Folter praktizieren?
Geschrieben von  Sandra Botella Vigara
Ich bin eine 14-jährige Spanierin. Letzten Sommer habe ich den Film “Wüstenblume” gesehen. Bis dahin hatte ich nichts über diesen Film gehört, obwohl er schon viel früher veröffentlicht wurde. Der Grund dafür ist, weil ich in einem kleinen Dorf mit nur 3.500 Einwohnern lebe, und das Thema FGM noch sehr unbekannt bei uns ist … Ich war schockiert, als ich den Film gesehen habe, weil ich noch nie über dieses Thema gehört hatte.
Ich hatte wirklich keine Ahnung davon und begann mir Fragen wie diese zu stellen: Wie können Menschen weiterhin diese Art von Folter praktizieren? Warum betrifft es nur sie, und nicht uns?Danach begann ich mich für diese Millionen von Mädchen und Frauen zu interessieren, und habe über die verschiedene Arten von Genitalverstümmelungen die es gibt gelernt, es sind drei:”Klitoridektomie” ist die Amputation der Klitoris (Beschneidung), wobei ein Teil oder die gesamte Klitoris entfernt werden kann. Eine weitere Form ist die „Exzision” oder vollständige oder teilweise Verstümmelung der Klitorisvorhaut und der kleinen Schamlippen, wobei nur die großen Schamlippen erhalten bleiben.Die “Infibulation” ist die aggressivste Form und beinhaltet die Entfernung der Klitoris und Schamlippen. Nach dem Eingriff werden die beiden Seiten der Vulva zusammen genäht, bis sie fast verschlossen sind, so dass nur eine kleine Öffnung für Menstruationsblut und Urin gelassen wird. Infibulation ist auch als pharaonische Beschneidung bekannt.Jetzt weiß ich über die Geschichte von Waris Dirie Bescheid, über ihre großartige Arbeit gegen diese Folter, und jeden Tag schätze ich all die Möglichkeiten, die ich habe: Ich habe ein gutes Zuhause; ich habe meine Familie (obwohl meine Eltern LKW-Fahrer sind und in ganz Europa arbeiten); ich habe die Möglichkeit, in die Schule zu gehen und die Chance mich später selbst zu versorgen. Aber … warum haben diese Leute nicht die gleichen Chancen? Warum haben manche so viel und andere so wenig? Ich möchte auf diese Fragen keine Antworten geben, ich will nur, dass wir gemeinsam die weibliche Beschneidung beseitigen, und dafür müssen wir vernünftig handeln. Das einzige was ich zur Zeit machen kann, ist dieses Thema in der Schule zu diskutieren, indem ich das Buch „Wüstenblume” im Unterricht vorstelle.Ich zähle darauf, dass wir alle unseren Beitrag dazu leisten!

Liebe Grüße,

Sandra 

***
Sandra Botella Vigara
(geb. 1996, Schülerin, Spanien)
ist seit Beginn der Kampagne in 2010 Administratorin unserer spanischen Facebook-Seite Todos juntos contra la mutilación genital femenina (MGF). Wir freuen uns sehr darüber, dass sie Menschen ihrer Generation auf die Kampagne aufmerksam macht und sich dafür engagiert, dass der Einsatz für die Menschenrechte auch zukünftig fortgeführt wird. Sandra hat ebenfalls mit einem Bild Pequeña Inocencia zum Kunstprojekt beigetragen. Ihr Freund Antonio Murillo Triviño (geb. 1996, Spanien) hat dazu unter gleichem Titel ein Lied komponiert.

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